Ich habe bereits in einem Bericht über wesentliche Punkte bei der richtigen Wanderschuhauswahl geschrieben. Allerdings sind die Schuhe nur ein Teil der Kunst ohne große Schmerzen und Blasen durch den Marsch zu kommen. Genauso wichtig ist auch die Vorbereitung der Füße auf diese große Anstrengung und die richtigen Socken um eien Mammutmarsch oder Megamarsch blasenfrei zu überstehen. In diesem Bericht soll es daher um genau die beiden genannten Punkte, Vorbereitung der Füße und die richtigen Socken, gehen.

Vorbereitung der Füße auf einen Extremmarsch

An dieser Stelle muss ich leider all diejenigen enttäuschen, die der Meinung sind ohne Vorbereitung an einem Extremmarsch teilnehmen zu können. Wer bei einem Mammutmarsch oder Megamarsch teilnehmen möchte, muss auch seine Füße auf dieses Event vorbereiten. Vor allem wenn man beispielsweise einen Bürojob hat und somit die Füße wenig belastet, können länge Strecken zu Schmerzen führen.

  1. Regelmäßige Belastung: Im Vorfeld des Marsches sollten die Füße regelmäßig belastet werden. Und das auch außerhalb der Trainingsmärsche. Sinnvoll ist es unter der Woche, ja nach Möglichkeit, mehrmals für 2 – 3 Stunden zügig spazieren zu gehen.
  2. Ausgiebige Belastungen: Wie in meinem Trainingsbericht bereits beschrieben, sollten einige Trainingsmärsche absolviert werden. Darunter sollte auch mindestens ein Marsch sein, der 60 – 70 % der Zieldistanz hat. Nur so kann sich der Fuß an die ungewohnte und vor allem sehr lange Belastung gewöhnen.
  3. Hirschtalgcreme, Hirschtalgcreme und Hirschtalgcreme. Die fettige Creme sorgt dafür, dass die Haut am Fuß deutlich weicher wird. Dadurch lässt sich die Gefahr von Blasen minimieren. Allerdings sollte man die Füße nicht erst unmittelbar vor dem Marsch eincremen, sondern bereits eine Woche vor dem Marsch beginnen den Fuß 1 – 2 Mal am Tag mit der Creme dick eincremen.

Wrightsock Wandersocken

Beginnen möchte ich das Thema die richtigen Socken für den Megamarsch oder Mammutmarsch mit den Wrightsock Wandersocken*. Diese Socken habe ich selbst bei meiner Teilnahme an dem Mammutmarsch getragen und bin sehr zufrieden gewesen. Nach den 100 km hatte ich keine nennenswerten oder störenden Blasen. Die Socken sind zwar nur Halbsocken, haben somit nur einen sehr geringen stabilisierenden Effekt. Dennoch gibt es einen großen Vorteil: Die Socken sind doppellagig. Durch die Doppellage rutscht der Fuß beim Bergauf- oder Bergablaufen vor allem in der Socke und damit deutlich weniger im Schuh. Dies ist aus meiner Sicht zum einen deutlich angenehmer für den Fuß und zum anderen auch Blasenvermeidend.

Der Nachteil an diesen Socken* ist allerdings, dass durch das Rutschen im Innensocken eine deutliche Reibung mit der äußeren Lage entsteht. Dadurch hatten meine Socken bereits nach wenigen Trainingsmärschen deutlich sichtbare Löcher. Außerdem ist der Socken nicht merklich gepolstert. Dies könnte für Wanderer, die normal dicke und gepolsterte Socken tragen, eine Umstellung sein.

FALKE Trekkingsocken TK1

Die FALKE Trekkingsocken TK1* waren meine Backup-Socken während des Marsches. Musste diese aber glücklicherweise nicht nutzen, da ich keine Probleme mit den Füßen hatte. Allerdings hatte ich diese Socken bereits bei zwei Trainingsmärschen an und war ebenfalls von FALKE Trekkingsocke* überzeugt. Der ausschlaggebende Punkt gegen die Socken war die fehlende Doppellagigkeit.

Bei den FALKE Trekkingsocken gibt die Bezeichnung TK gefolgt von der Nummer an, um welchen Grad der Polsterung und Geländegängigkeit es sich handelt. Leider ist die Nummerierung nicht chronologisch aufgebaut:

  • TK5: Leichte Polsterung. Socken sind für leichte Wanderungen und Städtetrips geeignet
  • TK2: Mittlere Polsterung. Socken sind für leichte Geländewanderungen geeignet
  • TK1: Stakte Polsterung. Socken sind für lange und steilere Geländewanderungen geeignet
  • TK4: Sehr starke Polsterung. Socken sind für extrem Wanderungen geeignet und darüber hinaus noch wärmeisoliert

Die Aufzählung zeigt: Es sollte TK1 sein, nicht mehr und nicht weniger.

X-Socks Funktionssocken Run Energizer

Die X-Socks Run Energizer sind, wie der Name bereits erahnen lässt, eher fürs Laufen ausgelegt. Aufgrund der graduelle Kompression nutzen viele Teilnehmer die Socken allerdings auch während eines Marsches. Gradueller Kompression bedeutet, dass die Kompression vom Fuß nach oben immer weiter abnimmt. Dadurch soll die Blutzirkulation und damit auch die Nährstoffversorgung der Beine verbessert werden.

Ebenfalls verfügen die Socken über eine Polsterung am Fuß, die sich Blasenmindert auswirken soll. Ich habe die Run Energizer bisher nur beim Joggen angezogen und kann daher persönlich nichts über die Wirkung während eines Extremmarsches sagen.

Fußbehandlung während des Marschs

Bleibt nun noch als letztes die Fußbehandlung während es Marsches übrig. Wichtig ist die Pflege in der Woche vor dem Marsch, damit die Füße weich sind. Vor dem Start sollten die Füße dann ebenfalls dick mit der Hirschtalgcreme* eingerieben werden. Dabei muss hier nicht darauf gewartet werden, dass die Creme komplett eingezogen ist. Es ist sogar hilfreich, wenn Creme in den Socken kommt, da so der Fuß während des Marsches quasi in der Hirschtalgcreme* „badet“. Man sollte es nur nicht übertreiben, denn dann ist der Fuß dauerhaft feucht, was wiederum die Gefahr von Blasen erhöht.

Alle 20 km oder bei jedem Versorgungspunkt, sollten dann die Füße erneut mit Hirschtalgcreme eingerieben werden. Viele Teilnehmer schören zwar darauf, die einmal angezogenen Socken und Schuhe während des Marsches nicht mehr auszuziehen, ich habe es aber trotzdem gemacht. Wichtig ist nur, dass beim wiederanziehen keine Falten in den Socken entstehen. An diesen Stellen wäre eine Blase vorprogrammiert.

Sollte es dennoch zu Problemen mit den Socken und/oder Füßen kommen, ist es sinnvoll die Back-up Socken zu verwenden. Jede hier vorgestellte Sockenart belastet den Fuß etwas anders. Dadurch können im Falle von Schmerzen andere Belastungsreize gesetzt werden, die das Weitermachen ermöglichen können.

Fazit

Was haben wir also hier gelernt? Wichtig ist mit der „Fußvorbereitung“ bereits deutlich vor dem Marsch anzufangen. Dazu sollte der Fuß bereits in der Woche vor dem Marsch mindestens einmal pro Tag mit Hirschtalgcreme eingerieben werden. Dadurch wird die Haut deutlich weicher und das Risiko für Blasen reduziert.

Des Weiteren sollten die Füße an die Belastung im Allgemeinen durch regelmäßige, ausgiebige Spaziergänge gewöhnt werden. Ebenfalls wichtig ist auch, dass die Füße die langanhaltende Belastung über viele Stunden hinweg kennenlernen. Dies lässt sich sehr gut durch lange Märsche trainieren.

Bei der Wahl der Socken für den Megamarsch oder Mammutmarsch ist es am wichtigsten, dass man sich wohl fühlt und die Socken im Vorfeld ausreichend getragen und getestet hat. Man sollte niemals Socken bei Marsch zum ersten Mal tragen, denn jedes Model belastet den Fuß etwas anders. Aus diesem Grund kann es schnell vorkommen, dass beim erstmaligen Tragen Druckstellen entstehen. 4 – 5 problemlose Trainingsmärsche sollten im Vorfeld mit den gewählten Socken für den Megamarsch oder Mammutmarsch schon gemacht worden sein.

Zum Wohle der Füße – Socken und Creme

4 Gedanken zu „Zum Wohle der Füße – Socken und Creme

  • 21. März 2019 um 18:37
    Permalink

    Hallo,
    ich mache bei einem 100 km-Marsch im Oktober mit. Ich habe halbhohe Treckingschuhe von Lowa (Renegade GTX mid). Kann man mit denen so einen Marsch angehen oder sollte ein leichterer halbschuh vorgezogen werden?

    Dank und Grüße

    Andreas

    Antworten
    • 24. März 2019 um 20:47
      Permalink

      Hallo Andreas,
      ich selber verwende immer nur falsche Schuhe, da ich diese über die Distanz angenehmer finde. Ich würde dir empfehlen, die Socken mal zu bestellen und zu testen. Es kann natürlich sein, dass die Socken nicht lang genug sind und daher es an der unteren Wade zu Reibung kommt. Sollte dies der Fall sein, solltest du auf jeden Fall mal die hohen Socken (X-Socks Funktionssocken Run Energizer) testen.
      Lieben Gruß
      Jan

      Antworten
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