Bei heißem Wetter wandern – was tun?

Da die meisten Märsche im Sommer stattfinden, kommt immer wieder die Frage auf „was muss man beachten, wenn man bei heißem Wetter wandern geht?“. Es ist natürlich vollkommen berechtigt und richtig, die Märsche im Sommer stattfinden zu lassen. Allerdings steigt dadurch natürlich auch die Gefahr, dass man bei heißem Wettern wandern gehen „muss“.

Im nachfolgenden Bericht möchte ich dir einige Tipps mitgeben und Dinge erläutern, auf die du beim Wandern an heißen Tagen beachten solltest.

Vorbereitung

Wie so oft ist die Vorbereitung das A und O. Ich empfehle dir auf jeden Fall zwei Tage vor dem geplanten Marsch das Wetter im Internet zu prüfen. Dabei auch immer auf eine potenzielle Unwettergefahr achten. Sollte es eine offizielle Unwetterwarnung vom Deutschen Wetterdienst geben, mach dich bitte nicht auf den Weg. Die Gefahr ist dann viel zu hoch.

Darüber hinaus ist es natürlich sehr entscheidend, ob du an einem organisierten Marsch teilnimmst (für den du dir wahrscheinlich bereits Karten gekauft hast) oder ob du „nur“ einen Trainingsmarsch machen willst. Im Falle eines Trainingsmarsches kannst du immer noch überlegen, ob du vielleicht lieber Sonntag statt Samstag wanderst, wenn dort dann das Wetter besser angesagt ist.

Trinken ist beim Wandern bei heißem Wetter extrem wichtig

Auf jeden Fall musst du ausreichend Flüssigkeit mitnehmen! Bei Temperaturen über 30° solltest du mit ca. 1,5 – 2 Liter pro 10 Kilometer kalkulieren. Für den Transport der Flüssigkeit empfehle ich dir eine Trinkblase* und eine isolierte Extraflasche*.

Darüber hinaus solltest du während deiner Vorbereitung dir auch alternative Routen raussuchen, sollte es extrem heiß werden. Heißt konkret: Plane die Strecke so, dass du regelmäßig neue Flüssigkeit aufnehmen kannst. Beispielsweise an Supermärkte oder Tankstellen. Dies hat zum einen den Vorteil, dass du nicht so viel Wasser mitschleppen musst und zum anderen bekommst du dann immer wieder neues gekühltes Wasser. Außerdem solltest du Strecken wählen bei denen du möglichst viel durch den Schatten (z.B. Wald) läufst, aber es sollten auch einige Ausstiegspunkte vorhanden sein (z.B. Bushaltestelle, Bahnhöfe oder Straßen, an denen du dich abholen lassen kannst).

Ich weiß es ist sehr schwer Strecken zu finden bei denen man viel durch den Schatten läuft, häufig Flüssigkeiten aufnehmen und schnell aussteigen kann. Dennoch ist es durch etwas Recherche im Vorfeld möglich.

Wanderkleidung für heißes Wetter

Wenn du bei heißem Wetter wandern gehen willst, solltest du auf jeden Fall deine Kleidung anpassen. Dementsprechend rate ich dir dringend von Baumwollkleidung ab, da sich diese mit einem Schweiß vollsaugt und immer schwerer wird. Außerdem wird der Schweiß nicht richtig abtransportiert, was dazu führt, dass dein Körper nicht effizient heruntergekühlt werden kann. Statt Baumwollkleidung solltest du Funktionskleidung (Damen T-Shirt* / Damen Hose* / Herren T-Shirt* / Herren Hose*) tragen.

Wandern mit der richtigen Kleidung

Ebenfalls ganz wichtig ist noch Sonnencreme* und eine Sonnenbrille. Die Sonnenbrille soll dabei natürlich nicht dazu dienen möglichst cool auszusehen, sondern gerade wenn du am Wasser entlang läufst können deine Augen durch die Reflektionen auf dem Wasser deine Augen schädigen.

Kurzfriste Planung der Wanderung

Genauso wichtig wie die Vorbereitung und die passende Kleidung ist auch die kurzfriste Planung der Wanderung. Wenn du beispielsweise einen Trainingsmarsch machen möchtest, dann solltest du möglichst früh aufstehen und starten. Am Anfang – wenn es noch einigermaßen kühl ist – dann mit einer hohen Geschwindigkeit starten. Ab mittags, wenn die Hitze richtig da ist, es dann etwas ruhiger angehen lassen und regelmäßig Pausen machen.

Generell gilt: dein Körper und vor allem dein Kreislauf wird dir Bescheid geben, wenn es ihm zu heiß wird. Also höre regelmäßig in dich hinein. Anzeichen eines Hitzschlages oder Sonnenstichs sind:

  • Kopfschmerzen, Nackenschmerzen
  • Heißer Kopf
  • Schwindel
  • Erschöpfung / Schwäche
  • Übelkeit

Um einen Hitzschlag zu vermeiden, solltest du den Tipp möglichst im Schatten zu wandern (siehe „Vorbereitung“ beherzigen) und darüber hinaus noch deinen Kopf schützen. Dies kannst du beispielsweise mit einer Kappe* machen.

Trotz aller Vorbereitung und Planung solltest du es auf keinen Fall übertreiben und im Zweifelsfall lieber aufhören. Schließlich bringt es dir nichts, wenn du nachher mit einem Sonnenstich falsch liegst. Dadurch hast du dann schlussendlich nichts gewonnen.

Fazit

Was kannst du nun also aus diesem Bericht mitnehmen? Generell gilt wie immer im Leben: Vorbereitung ist die halbe Mieten. Durch Wetter-Apps kann man heutzutage bereits einige Tage vorher ziemlich genau sehen, wie das Wetter am gewünschten Tag der Wanderung werden wird. Sollte es nach schweren Gewittern aussehen, ist auf jeden Fall von einem Marsch abzuraten. Vor allem in Kombination mit einer schattenreichen Strecke im Wald, kann es sehr schnell extrem gefährlich werden.

Wenn du die oben genannten Punkte berücksichtigt, regelmäßig Flüssigkeit zu dir nimmst und es in der Mittagshitze etwas ruhiger angehen lässt, spricht nichts gegen eine Wanderung bei heißem Wetter. Hast du bereits Erfahrungen bei heißem Wetter gemacht? Wenn ja, schreibe gerne einen Kommentar oder kontaktiere mich per Kontaktformular.

 

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Bei heißem Wetter wandern – was tun?

2 Kommentare zu „Bei heißem Wetter wandern – was tun?

  • 1. September 2020 um 16:03
    Permalink

    Fehlt hier doch Einiges wie man es sich beim Wandern bei prallen Sonnenschein ‚erträglicher machen kann‘.
    Abkühlung ist neben ausreichend Trinken (dabei auf Mineralhaushalt achten) das A und O
    es fehlen meiner Meinung nach Hinweise auf:
    a. Funktionstücher (cooling towels googeln.)
    b. Sonnenschirm
    c. Gelegenheiten nutzen sich abzukühlen wie Bäche, Flüsse,…

    Antworten
    • 6. September 2020 um 19:56
      Permalink

      Hallo Ralf,
      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Ergänzungen, zu den ich gerne kurz noch mein Feedback geben möchte. Mit den Funktionstüchern (Cooling Towels) kenne ich mich nicht aus, ist allerdings auf jeden Fall eine interessante Erweiterung. Den Sonnenschirm halte ich beim Wandern doch für sehr unpraktisch und würde diesen daher nicht empfehlen. Es gibt viele – aus meiner Sicht – bessere Möglichkeiten, sich gehen die Sonne zu schützen.
      Der Hinweis mit den Flüssen und Bächen ist ebenfalls sehr wertvoll. Allerdings gibt es hier im Bergischen Land, wo ich hauptsächlich wandern gehe, sehr viele Trinkwassertalsperren. Dort ist der Zugang untersagt. Man muss also immer genau schauen, ob und wie man zum Wasser gelangt.

      Antworten

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