Bergischer Wandertag

Ich habe bei dem Event der Bergischer Wandertag (22.06 – 23.06) teilgenommen und ich bin überglücklich, denn ich habe wieder die 100 km geschafft. Doch dieser Marsch hat einem wirklich alles abverlangt, denn es mussten nicht nur 100 km, sondern auch über 2.600 Höhenmeter bewältigt werden. Wenn du dich nun fragst: Was ist denn bitte die Veranstaltung Bergischer Wandertag? Die Antwort ist: Dies war ein kleiner Marsch, der privat organisiert wurde und somit an eine kleine Gruppe von Wanderverrückten adressiert war.

Zur Auswahl standen 12 km (Schnupperwanderung), 23 km (Genusswanderung), 50 km und die 100 km Distanz. Wer mich kennt weiß, dass ich mich natürlich an die 100 km Strecke gewagt habe.

Müngstener Brücke
Müngstener Brücke

Warum die Veranstaltung der Bergischer Wandertag?

Wenn du schon mehrere Berichte auf meiner Webseite und auf meinem Blog gelesen hast, fragst du dich sicher wieso ich an einem solchen Marsch teilgenommen habe, wo ich doch sonst meist über den Mammutmarsch oder Megamarsch schreibe. Und in der Tat war es eine Art Experiment, ob auch eine solche Art von Marsch in Zukunft für mich in Frage kommen würde. Die Antwort findest du hier weiter im Text.

Die Strecke vom Bergischer Wandertag

Der Start und die erste Hälfte

Der Marsch ging bereits um 07:00 Uhr morgens los, dementsprechend hieß es um halb 6 aufstehen. Doch für das frühe Aufstehen wurde man direkt doppelt belohnt. Zum einen mit optimalen Wanderwetter und zum anderen mit einer wunderschönen Strecke, vor allem zum Beginn des Marsches. Los gibt es in Remscheid und nach weniger als 8 km kam man das erste Mal an der Müngstener Brücke vorbei.

zwei Bobby Cars auf der Brücke

Anschließend überquerte man die Wupper und es gibt auf der anderen Seite des Flusses wieder unter der Müngstener Brücke her. Anschließend lief man eine längere Zeit an der Wupper entlang, an der Sengbachtalsperre vorbei, wieder sehr viele Kilometer mehr oder weniger nah an der Wupper entlang bis schließlich nach Leichlingen (Rheinland). Leichlingen ist eine kleine Stadt mit einer wirklich sehr schönen Innenstadt. Aufgrund der schönen Strecke und der bis dato wenigen Pausen hatte ich bereits nach ca. 9:25 Stunden die ersten 50 km geschafft.

Schönes Haus an der Wupper

Die zweite Hälfte bis zum Ziel

Die Strecke der zweiten Hälfte ist ebenfalls ziemlich schnell erzählt. Es ging zunächst auf der anderen Seite der Wupper zurück Richtung Solingen / Remscheid. Nach einem kurzen Abstecher in Richtungen Solingen Schaberg, war man nach 78 km wieder an der Müngstener Brücke und einen Kilometer später am letzten größeren Verpflegungspunkt. Anschließend ging es noch weiter bis Wuppertal Cronenberg und von dort aus zurück nach Remscheid.

Sonnenuntergang beim Bergischer Wandertag

Nach 18:55 Stunden, über 2600 Höhenmetern, über 5600 Kalorien und 100 km war ich wieder dort wo ich am Samstagmorgen um 7:00 Uhr losgelaufen bin. Doch dieses Mal komplett erschöpft, durchgeschwitzt, aber auch unglaublich stolz und glücklich.

 

Bergischer Wandertag – Mein Feedback

Die Strecke

Pro

  • Die Strecke war wirklich super schön und es gab einige sehr tolle Teilabschnitte. Vor allem die Teile um die Müngstener Brücke und Schloss Burg waren etwas ganz Besonderes
  • Das optimale Wetter (kann man zwar nicht beeinflussen, aber das Glück ist mit den Tüchtigen)
  • Mal eine „andere Arten von Wegen“. Die Strecke war ganz anders als beispielsweise beim Mammutmarsch oder Megamarsch. Dies war wirklich eine schöne Abwechslung und eine andere Art von einem Wanderevent

Kontra

  • Teilweise gab es Abschnitte, die sehr grenzwertig waren. Heißt: es mussten sehr extrem steile oder sehr zugewachsene Wege bewältigt werden. Hier besteht noch Verbesserungsbedarf!
  • Viele „sinnlose“ Höhenmeter. Ich bin grundsätzlich ein Freund von bergigen Strecken, aber teilweise musste man wirklich einige Höhenmeter bewältigen, die nicht hätten sein müssen. Wenn man 50 – 70 Höhenmeter hochsteigen muss, nur um 200 Meter später wieder einen steilen Berg runter zu müssen, dann verliert man irgendwann die Lust. Ich bin der Meinung, dass man für Höhenmeter „belohnt“ werden sollte, bspw. mit einem schönen Aussichtspunkt
  • Die Strecke wurde nicht der bereits zurückgelegten Distanz angepasst. Ich denke, dass man immer berücksichtigen muss, wann die Wanderer die Strecke voraussichtlich passieren (Uhrzeit) und wie viele Kilometer sie dort bereits in den Beinen haben. Am Ende sollte man leichtere Wege nutzen, um nur noch ins Ziel „rollen“ zu müssen. Diese Punkte sind vor allem auch unter den Aspekten der Müdigkeit und Probleme bei der Navigation ganz wichtig

Zug- und Fußgängerbrücke übereinander

Verpflegungspunkte

Pro

  • Es gab alles in allem über 10 Verpflegungsstellen. Mal unbemannt und nur etwas Wasser, aber oft auch bemannt und mit einem reichhaltigen Angebot. Ich fand die Anzahl also wirklich absolut top (vielleicht hätte man sogar ein oder zwei streichen können). Durch die Häufigkeit hatte man immer ein nächstes Ziel vor Augen. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zum Mammutmarsch oder Megamarsch. Dort gibt es immer nur ca. alle 20 km einen Verpflegungspunkt
  • Die Helfer waren super nett und sehr hilfsbereit. Hier nochmal ein großes Lob
  • Sehr viel Auswahl und auch Lebensmittel, die man sonst bei Märschen nicht bekommt. Beispielsweise: Melonen, Eier, Brühe, Kartoffelsalat und vieles mehr

Kontra

  • Man konnte bis auf Bananen eigentlich nichts wirklich auf die Strecke mitnehmen. Ich bin kein Fan davon, sich bei den VP den Bauch vollzuhauen und dann die nächsten 5 km nicht mehr wirklich wandern zu können. Daher hätte ich mir bspw. Müsliriegel oder eingepackte Schokobrötchen gewünscht, damit man auch unterwegs noch Essen hat

Bergischer Wandertag – Mein Fazit

Wie eingangs bereits erwähnt, bin ich super glücklich wieder die 100 km ohne größere Schmerzen geschafft zu haben. Vor allem nach der riesigen Enttäuschung beim Mammutmarsch Berlin bin ich deshalb noch mehr stolz und glücklich.

Urkunde Bergischer Wandertag

Alles in allem war es wirklich ein tolles Event. Ich würde gerne nochmal daran teilnehmen und mir die Strecke dann nochmals ansehen. Aber um ehrlich zu sein, sollte sich an meinen Kritikpunkten nichts ändert, wäre es dann auch meine letzte Teilnahme. Darüber hinaus hoffe ich noch, dass es das nächste Mal eine offizielle Veranstaltung mit mehr Teilnehmern wird.

Es war auch für mich eine etwas andere Erfahrung, da ich ansonsten bisher nur bei den großen Events, wie dem Mammutmarsch oder Megamarsch, teilgenommen habe. Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr positiv von der familiären und freundschaftlichen Atmosphäre überrascht war. Bei den großen Events ist doch alles deutlich anonymer. Außerdem hat man für weniger Geld mehr bekommen (vor allem an den Verpflegungspunkten).

Ich freue mich bereits, dass es eine neue Veranstaltung für nächstes Jahre gibt (http://wuppermarsch.wordpress.com). Leider nächstes Jahr ohne einen 100 km Marsch. Doch evtl. wird 2021 wieder 100er angeboten.

Ansonsten wie immer, schreibt mir gerne eine Nachricht oder kommentiert diesen Beitrag. Welche Erfahrungen habt ihr bisher gesammelt „Mammutmarsch / Megamarsch vs. kleinem Wanderevent“?

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