Erfahrungsbericht Mammutmarsch Berlin 2019

In diesem Erfahrungsbericht über den Mammutmarsch Berlin möchte ich meine Erlebnisse mit dir teilen. Direkt vorweg: Der Mammutmarsch war für mich persönlich eine sehr große Enttäuschung und ich musste erstmals die schwere Entscheidung über den Abbruch bei einem Marsch treffen. Dies hatte allerdings nichts mit der Organisation, Strecke oder dem Wetter zu tun, sondern einzig und allein an meiner körperlichen Verfassung.

Doch der Reihe nach…

Berlin - Brandenburger Tor

Die Rahmenbedingungen für den Mammutmarsch Berlin 2019

Kommen wir zunächst zu dem Teil des Marsches der durch den Veranstalter nicht beeinflusst werden kann, dem Wetter. Der Mammutmarsch Berlin fand am 25.05.2019 statt. Also durchaus eine Zeit in der es schon sehr warm sein kann, aber vor allem nachts auch oft noch sehr frisch wird. Doch das Wetter war wirklich sehr gut: Tagsüber bis 20° und nachts lagen die tiefsten Temperaturen bei knapp über 10°. Alles in allem also durchaus annehmbar und vor allem ist es komplett trocken geblieben.

Start (und auch das Ziel) des Mammutmarsches in Berlin war im Südpark in der Nähe des Olympiastadions. Der Park ist grundsätzlich sehr schön und auch eine würdige Start- und Ziel-Location. Nur leider fand an dem Samstag des Starts auch das DFB Pokalfinale im Berliner Olympiastadion statt. Dies hatte zufolge, dass sich bereits auf dem Weg zum Südpark große Staus gebildet hatten und einige Straßen gesperrt waren. Somit ist diese Organisation mein erster Kritikpunkt. Entweder man hätte das ganze Event an einem anderen Wochenende stattfinden müssen (der Termin für das DFB Pokalfinale steht bereits lange im Vorfeld fest) oder der Start hätte deutlich früher stattfinden sollen. So entstand nun eine vermeidbare Stresssituation für die Teilnehmen und ich habe für eine Strecke von unter 10 km über eine Stunde mit dem Bus benötigt, um zum Start zu kommen.

Der Start und die ersten 18 km

 

Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin 2019
Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin 2019

Aufgrund der oben beschriebenen Problematik war ich erst 10 min vor dem Start meiner Startgruppe im Südpark. Dann hieß es schnell den zuvor ausgedruckten Barcode scannen, das Teilnehmerbändchen umtun und das Streckenheft mit Zusatzinformationen einstecken. Anschließend ging es dann auch direkt auf die ersten 18 km bis zum ersten Verpflegungspunkt.

Zu diesem ersten Streckenabschnitt gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Die Strecke verlief fast ausschließlich entlang der Havel. Am Wannsee war dann der erste Verpflegungspunkt. Auch hier habe ich leider noch einen Kritikpunkt. Der erste Verpflegungspunkt war in einer Einfahrt und dementsprechend relativ eng und langgezogen. Dadurch entstanden teilweise sehr lange Wartezeiten bei den Toiletten, der Snackbar und der Wasserbar. Logischerweise kommen an dem ersten Verpflegungspunkt die meisten Wanderer an und dies auch noch sehr komprimiert, da sich die Teilnehmer durch die verschiedenen Pausen- und Laufzeiten noch nicht so sehr auf der Strecke verteilt haben. Beim Mammutmarsch NRW war der Verpflegungspunkt eins in einem Sportstadion und somit gab es viel mehr Platz und die Wartezeiten waren deutlich geringer.

Watte nich im Kopp hast, haste inne Beene

Dennoch war der erste Streckenabschnitt wirklich sehr schön und der Weg entlang der Havel war für den ersten Abschnitt optimal gewählt. Nach einer kurzen 10-minütigen Pause ging es dann bereits weiter auf den zweiten Abschnitt.

Der zweite Abschnitt des Mammutmarsches (Kilometer 18 – 40)

Nach der kurzen Pause ging es also wieder auf die Strecke und ich habe den zweiten Teil der Strecke in Angriff genommen. Zunächst ging es immer weiter an der Havel entlang Richtung Potsdam.

Brücke in Potsdam. Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin

An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Veranstalter von dem Mammutmarsch Berlin, die Strecke war in diesem Abschnitt wirklich sehr schön. Man ging entlang des Wassers durch den Glienicker Park und den Park Babelsberg. Dazu kamen noch ein wunderschöner Sonnenuntergang und die Temperaturen passten auch. Besser geht es wirklich kaum!

Anschließend ging es weiter durch etwas mehr bebautes Gebiet, am Potsdamer Hauptbahnhof vorbei und weiter Richtung Süden. Als ich Potsdam wieder verlassen hatte, war es dunkel. Also Stirnlampe aufsetzen und weiter durch die Dunkelheit.

Sonnenuntergang in Potsdam
Sonnenuntergang in Potsdam

Besondern schön war auch der Fußweg über den Potsdamer Bahndamm. Im Hellen bestimmt ein noch größeres Erlebnis. Nach dem Bahndamm war man dann auch bereits bei Kilometer 40 angelangt und der zweite Verpflegungspunkt war erreicht. Für alle die sich in Potsdam auskennen, der zweite Verpflegungspunkt war am Luftschiffhafen. Dies ist ein sehr großes Gelände mit vielen Sportanlagen. Bei diesem Verpflegungspunkt war wieder alles sehr entspannt. Durch das weitläufige Gelände kam es zu keinerlei Staus und es waren genug Sitzmöglichkeiten vorhanden. Genau so etwas hätte es auch bei dem ersten Verpflegungspunkt sein müssen!

Nach einer zwanzigminütigen Pause ging es dann auf den dritten (und für mich letzten Abschnitt). Doch dass es meine letzten Kilometer bei dem Mammutmarsch Berlin waren, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Der Abschnitt drei und die Schmerzen waren wieder da

Nach dem Verpflegungspunkt zwei wurde die Strecke zunehmend anspruchsvoller, zumindest unter Navigationsaspekten. Denn nun ging es immer mehr über kleinere Feldwege und Zick-Zack durch verschiedene Straßen. Doch dies war nicht mein größtes Problem.

Schon bei meiner Generalprobe (65 km – zwei Wochen vor dem Mammutmarsch Berlin) hatte ist starke Schmerzen. Am Tag nach der Generalprobe hatte ich einen stark angeschwollenen Fuß und die Diagnose des Arztes war eine Überbelastung des Gelenks mit einer eindeutigen Empfehlung nicht an dem Mammutmarsch Berlin teilzunehmen. Wie du sicher bemerkt hast, habe ich es trotzdem versucht.

Bis dato habe ich den Fuß fast gar nicht gespürt, doch bei Kilometer 41 – 42 kamen die Schmerzen zurück und das leider auch sehr schnell. Anschließend habe ich es noch etwas versucht, doch bin bei Kilometer 48 ausgestiegen. Mein Ansatz für diese Entscheidung war ziemlich einfach: Ich hätte die 100 km eh nicht geschafft und dann lieber frühzeitig aufhören als die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Dafür war der restliche Weg einfach noch zu weit.

Mein Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin

Dies war nun also mein Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin. Ich persönlich war natürlich unglaublich enttäuscht und frustriert, dass es nicht geklappt hat und ich bereits bei knapp der Hälfte aufhören musste. Vor allem war es für mich eine komplett neue Erfahrung, denn bisher habe ich alle Distanzen, die ich mir vorgenommen habe, auch geschafft. Also meine erste Wanderniederlage…. Und ich kann dir sagen, die tat auch verdammt weh. Aber ich habe noch drei weitere Märsche dieses Jahr vor mir und ich gebe alles um „wenigstens“ die drei Märsche noch zu schaffen.

Allgemeines Fazit

Doch nun zum allgemeinen Fazit. Also was kannst du aus meinem Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin mitnehmen?

Zunächst die beiden aufgeführten Kritikpunkte. Da wäre zum einen der Startort und die Startzeit. Selbst wenn der Termin für das DFB Pokalfinale noch nicht von Anfang an feststand, so hätte man spätestens bei der Verkündung des Termins reagieren müssen. Entweder einen anderer Startort oder deutlich früher starten. Wenn beides nicht geht, dann zu Not auch noch verschieben. Doch dass die Teilnehmer sich mit kilometerlangen Staus und gesperrten Straßen rumschlagen müssen, finde ich nicht optimal.

Zum anderen noch der erste Verpflegungspunkt. Dieser war aus meiner Sicht nicht für den Ansturm an Menschen ausgelegt. Dadurch kam es zu erheblichen Wartezeiten und darüber hinaus gab es viel zu wenig Sitzmöglichkeiten.

Mein Erfahrungsbericht zum Mammutmarsch Berlin

Doch nun genug gemeckert. Natürlich gab es auch wieder sehr viele positive Dinge. Zum einen das optimale Wetter (gut, dafür können die Veranstalter nichts), zum anderen aber auch die Strecke. Die ersten 40 km fast ausschließlich am Wasser entlang… einfach toll! Auch der zweite Verpflegungspunkt war top dimensioniert und organisiert. Bei dem Ablauf am Start und auch während des Marsches merkt man schon, dass der Veranstalter bereits sehr viel Erfahrung hat und die Prozesse zunehmend ausgereift sind. Daher auch hier nochmal der Hinweis: Solltest du deinen ersten Marsch planen, tue dir selbst einen Gefallen und nimm an einem Mammutmarsch oder Megamarsch teil. Diese Märsche ist echt gut geplant (abgesehen von einem DFB Pokalfinale) und du musst dir keine Sorgen um die Versorgung machen.

Das Fazit vom Fazit

So nun war es das aber wirklich von meinem Erfahrungsbericht vom Mammutmarsch Berlin.

Würde ich den Marsch empfehlen? „Ja, aber…“ Grundsätzlich kann ich den Marsch natürlich empfehlen, aber die Planung mit dem Pokalfinale und dem ersten Verpflegungspunkt hat mich schon sehr gestört. Dies habe ich bei anderen Märschen schon besser erlebt.

Würde ich nochmal am Mammutmarsch Berlin teilnehmen? Aktuell eher nicht aber später gerne nochmal. Es nervt mich zwar, dass ich den Marsch nicht geschafft habe, aber ich würde nun gerne erst einmal andere Märsche in Angriff nehmen, bevor ich nochmal am Mammutmarsch Berlin teilnehmen würde.

Hast du auch am Mammutmarsch Berlin teilnehmen? Deine teile mir doch deine Erfahrungen mit. Ansonsten freue ich mich wie immer über Kommentare, Fragen oder Verbesserungsvorschläge.

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Trainingsplanung für den Marsch

Packliste

Erfahrungsbericht Mammutmarsch NRW