Meine Erfahrungen beim Megamarsch Ruhrgebiet 2019

Der Megamarsch Ruhrgebiet ist geschafft, für mich war es der erste Megamarsch und wie bei jeden 100 km Marsch war es auch hier eine sehr intensive Erfahrung. In diesem Bericht möchte ich dir meine Erfahrungen und Erlebnisse mitteilen. Neben der Beschreibung der Strecke, möchte ich auch mit dir mein positives sowie negatives Feedback teil. Mein Ziel ist es, dir einen möglichst umfangreichen Einblick zu geben und dir bei deiner potenziellen Entscheidungsfindung zu helfen, ob du an einem Megamarsch teilnehmen willst oder nicht.

Megamarsch Ruhrgebiet – Start und die ersten 20 km

Start und Ziel von dem Megamarsch Ruhrgebiet war der Park Am Hallo in Essen. Los ging es für die erste Startgruppe um 16:00 Uhr und für mich um 16:10 Uhr mit der zweiten Startgruppe. Pünktlich zum Start fing es dann auch kurzzeitig ziemlich stark an zu regnen. Glücklicherweise war der Schauer aber bereits nach wenigen Minuten vorbei, sodass man nicht allzu nass geworden ist. Ab diesem Zeitpunkt ist es dann auch zum Glück trocken geblieben, allerdings mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Für mich war diese Luftfeuchtigkeit kein Problem, aber einige andere Teilnehmer hatten damit schon ihre Probleme.

Zeche Zollverein in Essen
Zeche Zollverein in Essen

Vom Start aus erreichte man bereits nach kürzester Zeit das Gelände des Zecke Zollvereins, von dort aus gibt es durch Altenessen Richtung Bottrop weiter. Anschließend verlief die Strecke fast ausschließlich entlang des Rhein-Herne-Kanals. Leider ab und zu auch noch entlang der Emscher, die in diesem Abschnitt noch nicht komplett renaturiert wurde und gerade im Sommer immer noch ziemlich stinkt. Kurz nachdem man das Gasometer in Oberhausen passiert hatte, erreichte man den ersten Verpflegungspunkt. Dieser befand sich direkt am Niederrhein Stadion, dem Heimstadion von Rot-Weiß Oberhausen.

Die Verpflegungspunkte (VP) waren alle super. Es gab sehr viel Auswahl: Milchbrötchen, Schokobrötchen, Frikadellen (nur VP4), Tee, Brühe, Müsliriegel, Gewürzgurken, Würstchen und vieles mehr. Vor allem hat mich aber gefreut, dass es auch die Energy Cakes* gab, die ich ebenfalls schon mehrfach empfohlen haben. Diese Riegel halte ich für wirklich sehr gut, da sie kontinuierlich Energie über eine Distanz von 20 Kilometern und mehr liefern.

Meine Erfahrungen auf den Kilometern 20 bis 60

Nachdem ich den ersten Verpflegungspunkt 1 verlasse habe verlief die Strecke Richtung Duisburg. Mit Einbruch der Dämmerung erreichte ich den Landschaftspark Nord in Duisburg. Dies ist ein altes Industriegelände, das nun für eine Vielzahl an unterschiedlichen Veranstaltungen genutzt wird. Zum Zeitpunkt des Marsches war dort beispielsweise ein Sommerkino mit Beachbar aufgebaut.

Landschaftspark Nord in Duisburg
Landschaftspark Nord in Duisburg

Nachdem man den Landschaftspark verlassen hatte, musste man mehr oder weniger einmal quer durch Duisburg und Mülheim an der Ruhr laufen. Bei Kilometer 40 erreichte man den zweiten Verpflegungspunkt. Der weiter Streckenverlauf führte nun (endlich) über Wald- und Schotterwege nach Essen Kettwig. Dort war es dann auch leider wieder vorbei mit den Waldwegen und es ging entlang der Ruhr zum dritten Verpflegungspunkt bei Kilometer 60.

Kilometer 60 bis 100 – Die Qualen bis ins Ziel

Wie ich in dem vorherigen Abschnitt bereits habe anklingeln lassen, war mir der Asphaltanteil viel, viel, viel zu hoch. Ein Beispiel dafür ist, dass die Strecke von Kilometer 54 bis 85 ausschließlich auf asphaltierten Wegen mehr oder weniger direkt an der Ruhr entlang verlief. Ebenfalls schade war, dass man den Baldeneysee, an dem man tagsüber ein sehr schönes Panorama hat, bei Nacht passierte.

Ebenfalls führte der hohe Asphaltanteil dazu, dass meine Füße ab Kilometer 60 zunehmend stärker angefangen haben zu brennen. Dieser Schmerz wurde kontinuierlich stärker, sodass ich zuerst alle 10 und später alle 5 Kilometer eine Pause einlegen musste, um meine Füße zu entlasten.

Blick über die Ruhr bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit

Dennoch bin ich wirklich sehr stolz, denn ich habe mit 18:48 Stunden eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. Dies liegt aber vor allem dran, dass im Gegensatz zum Bergischen Wandertag (über 2600 Höhenmeter) bei dem Megamarsch Ruhrgebiet lediglich 520 Höhenmeter absolviert werden mussten. Auch die Finisherquote war bei diesem Marsch verhältnismäßig hoch. Von 1046 Teilnehmern haben 345 das Ziel innerhalb von 24 Stunden erreicht.

Positive Erfahrungen beim Megamarsch Ruhrgebiet 2019

  • Verpflegungspunkte: Wie bereits oben erwähnt, waren die Verpflegungspunkte aus meiner Sicht die besten, die ich bisher bei einer solchen Marschveranstaltung erlebt habe
  • Das Team / die Helfer: Wie eigentlich bei jedem Marsch bisher, sind die Helfer an den Verpflegungsstellen immer unglaublich hilfsbereit und freundlich. Durch solche Menschen wird der Marsch zu einem tollen Erlebnis und ich freue mich jedes Mal eine so herzliche Hilfe zu erhalten

Negative Erfahrungen beim Megamarsch Ruhrgebiet 2019

  • Strecke: Für mich eine Enttäuschung war die Strecke, denn das Ruhrgebiet hat noch deutlich mehr zu bieten und einfach über 30 Kilometer nur an der Ruhr bzw. weitere 10 Kilometer an dem Rhein-Herne-Kanal zu laufen ist doch ziemlich einfallslos
  • GPS Daten / Streckenführung: Ebenfalls sehr enttäuschend und nervig war die Streckenführung und die GPS Daten. Öfter stimmte die GPS Strecke nicht mit der, durch Pfeile aufgemalten, Streckenführung überein. Teilweise musste man sogar in die komplette andere Richtung abbiegen. So etwas darf einem professionellen Anbieter nicht passieren
  • Asphaltanteil: Gefühlter 98 % Asphaltanteil (in Realität wahrscheinlich ca. 90-95%). Dies ist für mich viel zu hoch und ich hätte mir deutlich mehr Abwechslung sowie längere Strecken über Waldboden / Schotterwege gewünscht
Urkunde beim Megamarsch Ruhrgebiet
Megamarsch Ruhrgebiet mit unterschiedlichen Erfahrungen

Fazit

Alles in allem bin ich super froh den nächsten 100 Kilometer Marsch geschafft zu haben und dies auch noch in einer neuen persönlichen Bestzeit. Für mich war der Marsch also ein ziemlich großer Erfolg. Darüber hinaus habe ich mich gefreut, dass ich nun auch mal die Erfahrung eines Megamarsches miterleben konnte. Wie bereits beschrieben gab es mit den tollen Verpflegungspunkten und den super netten Helfern positive Punkte. Dennoch überwiegen für mich die negativen Punkte mit dem extrem hohen Asphaltanteil, der sehr schlechten und enorm verbesserungswürdigen Streckenführung sowie der Strecke an sich in der Gesamtbetrachtung. Würde ich nochmal an einem Megamarsch teilnehmen? Definitiv JA. Wird es der Megamarsch Ruhrgebiet werden? Sehr wahrscheinlich NEIN, denn dafür gibt es noch so viele andere Megamarsch-Veranstaltungen.

18:48 Stunden für 100 Kilometer - Viele Erfahrungen beim Megamarsch Ruhrgebiet

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