Der Weg zum richtigen Wanderschuh

Bei der Anschaffung von Wanderausrüstung gibt es einige wenige Produkte, die hochwertig und gewissenhaft gekauft werden müssen. Die Schuhe und der Rucksack sind ganz sicher zwei davon. In diesem Review möchte ich Dir den Weg zur Entscheidungsfindung für die richtigen Schuhe für einen Mammutmarsch oder Megamarsch aufzeigen. Meine Wahl ist dabei auf die die Meindl Cuba GTX®* Schuhe gefallen. Dabei gehe ich vom Allgemeinen zum Speziellen und hoffe so, dass jeder etwas aus diesem Bericht mitnehmen kann.

Wie nähere ich mich bei der Schuhwahl an?

Geht man die nachfolgend gestellten Fragen für sich selbst Schritt für Schritt durch, schränkt man die Auswahl von Schuhen schon erheblich ein. Alles Weitere ist dann nur noch die persönliche Vorliebe, das schönere Design oder eben auch der Preis.

Wann und wo möchte ich wandern bzw. einen Marsch absolvieren?

Das Wann und Wo entscheidet darüber ob ich mir Gedanken um das Thema wasserdichte Schuhe machen muss. Wenn es eine Wanderung im Frühling, Herbst oder Winter ist, sollte man immer Schuhe mit Gore-Tex® oder anderen Technologien verwenden. Denn wenn der Schuh während des Marschs einmal von innen nass ist, steigt die Gefahr für Blasen auf annähernd 100%. Will man die Schuhe nur bei nicht termingebundenen „Schönwetterwanderungen“ anziehen, kann dieser Punkt ignoriert werden.

Welche Zieldistanz habe ich?

Die persönliche Zieldistanz legt fest, in welchem „Professionalisierungsbereich“ der Schuh liegt. Wenn ihr maximal eine Distanz von 10 oder 20 Kilometer zurücklegen wollt, dann reichen sicherlich hochwertige Alltagsschuhe.  Doch soll der Marsch länger werden, dann sollten es schon spezielle Wander- oder Trekkingschuhe sein.

Wie sind der Untergrund und das Höhenprofil?

Die mit entscheidendsten Faktoren für die Schuhauswahl sind der zu bewältigende Untergrund sowie das Höhenprofil. Das der Untergrund relevant ist, sollte soweit logisch sein. So benötigt man bei einer asphaltierten Strecke einen Schuh mit einer sehr guten Dämpfung, damit Gelenke und Knochen geschützt werden. Wenn allerdings Wälder, Berge oder Mischgelände durchwandert werden soll, ist auf einen guten Gelenkschutz und ein rutschfestes Profil zu achten. Je nachdem wie gut erschlossen die Wege sind, ist auch der Seitenhalt von entscheidender Bedeutung. Es wäre doch sehr ärgerlich, wenn der Marsch mit einem Bänderriss ändert, nur weil der Schuh keine ausreichende Knöchelunterstützung hat.

Jetzt stellt sich sicherlich noch die Frage, wieso ist das Höhenprofil relevant? Dies ist auch ein Thema, was ich zunächst nicht auf dem Schirm hatte. Doch vor allem bei steilen und/oder langen Abstiegspassagen rutschen die Füße deutlich nach vorne und es ist sehr unangenehm, wenn die Zehen dann vorne gegen die Schuhe stoßen. Aus diesem Grund sollten die Wanderschuhe immer 1 bis 1,5 Nummern größer gekauft werden. Wichtig ist allerdings, dass unter den größeren Schuhen nicht der Halt leidet und der Fuß auch bei flachem Gelände nicht im Schuh rutscht. Je mehr der Fuß rutscht desto höher ist die Gefahr von Blasen oder Druckstellen.

Die Art und Schnürung

Dieser Bereich geht schon deutlich mehr in Richtung individuelle Vorliebe.

Verschiedene Hersteller haben ihre eigenen Konzepte hinsichtlich der Schnürung. So hat beispielsweise Salomon ein eigenentwickeltes Schnellschnür-System. Ich persönlich komme mit diesem System weniger gut zurecht. Darüber hinaus halte ich Schnellschnür-Systeme bei Wanderschuhen für wenig notwendig, denn ein schneller oder häufiger Wechsel der Schuhe ist nicht notwendig. Daher sollte immer eine Schnürung verwendet werden, die für den eigenen Fuß angenehm ist und einen optimalen Halt gewährleistet.

Bei der Art des Schuhs kann man sich gut an den unterschiedlichen Meindl-Typen orientieren. Generell muss bei der Auswahl des richtigen Schuhs immer auch das Gewicht mit berücksichtig werden. Denn bei dem Gewicht des Schuhs gilt ein Faktor von 1:5. Das heißt jedes Gramm Schuhgewicht hat den gleichen Effekt wie fünf Gramm Kleidungs- oder Rucksackgewicht.

Typ A & A/B – Der leichte Wander- und Trekkingschuh

Der leichte Wanderschuh ist für alle Wanderungen geeignet, die kaum durch unwägbares Gelände verlaufen. Die Schuhe zeichnen sich durch eine rutschfeste Sole mit leichter oder mittlerer Dämpfung aus. Zumeist handelt es sich bei diesen Schuhen um Halbschuhe mit einem begrenzten Seitenhalt. Darüber hinaus gibt es noch die Weiterentwicklung des Typs A/B. Schuhe von diesem Typ können deutlich mehr Belastungen aufnehmen und sind durch die festere Sole ehr für lose und unbefestigter Untergründe geeignet. Auch die von mir gewählten Meindl Cuba GTX® lassen sich zu dem Typ A/B zuordnen.

Typ B & B/C – Der einfache bis mittlere Trekkingschuh

Wenn es begieriger und in anspruchsvolleres Gebirge geht, dann sind Schuhe vom Typ B oder B/C notwendig. Heißt: Die Sole ist deutlich dicker und damit auch weniger flexibel. Außerdem sind die Schuhe gefüttert, sodass auch Wanderungen bei niedrigen Temperaturen oder gar minus Temperaturen möglich sind. Allgemein sind diese Schuhe eher für mehrtägige Touren geeignet, denn viele Modelle besitzen Zwischensolen, die bei wechselnden Bedingungen und Untergründen getauscht werden können.

Typ C & D – Der schwere Trekkingschuh für Expeditionen

Die Trekkingstiefel müssen der Vollständigkeit halber auch erwähnt werden. Da sich diese Seite aber vorwiegend mit Märschen und Wanderungen beschäftigt, sind diese Art der Schuhe weniger relevant. Die Stiefel können bei langen Expeditionen verwendet werden und sind selbst den schwierigsten Bedingungen hinsichtlich Gelände und Temperaturen geeignet.

Meine Entscheidung der Schuhe für den Mammutmarsch / Megamarsch – der Meindl Cuba GTX®

Ich persönlich habe mich für den Meindl Cuba GTX®* entschieden. Dieser Trekkingschuh wiegt ca. 360g pro Schu und verfügt über eine griffige Sole. Diese Sole hat ein gutes Verhältnis zwischen Flexibilität und Steifigkeit.  Darüber hinaus verfügt der Cuba über ein spezielles Fußbett, welches den Flüssigkeitsabtransport verbessert und somit für immer trockene Füße sorgt.

Ich habe mir diesen Schuh für den 100 km Mammutmarsch gekauft. Da dieser im September stattgefunden hat, war mir ein wasserdichtes aber atmungsaktives Gore-Tex® System sehr wichtig. Schließlich kann es im September noch sommerlich sein, aber auch genauso gut schon herbstlich regnen.

Für das zu bewältigende Streckenprofil war ein Halbschuh vollkommen ausreichend und auch ein übermäßiger Seitenhalt war nicht notwendig. Bei größeren Märschen mit vielen Teilnehmern kann man immer davon ausgehen, dass die Wege gut befestigt sind und Halbschuhe vollkommen ausreichend sind.

 Meindl Cuba GTX® (Vorder- und Rückseite)
Meindl Cuba GTX® (Vorder- und Rückseite)

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Fazit

Die Wahr der richtigen Schuhe für einen Extremmarsch, wie dem Mammutmarsch oder Megamarsch, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Dieser Bericht hat verschiedene Entscheidungsmerkmale, wie die Distanz, das Profil und den Untergrund, beleuchtet. Für Langstreckenmärsche sind meist Halbschuhe ausreichend, denn diese Veranstaltungen sind auf viele Teilnehmer ausgelegt. Dementsprechend breit und gut befestigt sind auch die Wanderwege.

Dennoch sind eine gute Sole, ein vernünftiger Seitenhalt und das passende Material wesentliche Faktoren, ob der Marsch erfolgreich sein wird oder nicht. Wer denkt „lieber auf Nummer sicher gehen und einen etwas dickeren und höheren Schuh nehmen“ sollte sich immer die 1:5 Regel vor Augen führen. Jedes Gramm was der Schuh mehr wiegt, hat den gleichen Effekt wie 5 Gramm mehr Kleidung oder Rucksackgewicht. Dies wirkt vielleicht zunächst wenig entscheidet, aber macht sich über viele Wanderstunden deutlich bemerkbar. Es ist also wichtig die optimale Balance zwischen einer festen Sole mit gutem Material und einem möglichst leichten Gewicht zu finden.

Ich hoffe, Du wirst mit diesen Informationen nun auch die richtigen Schuhe für deine Teilnahme an einem Megamarsch, Mammutmarsch oder einem ganzen anderen Extremmarsch finden.

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